Werkzeuge

2. Welche Maßnahmen können deutsche Schulen und Bildungseinrichtungen ergreifen, um kurzfristig den Bildungsbetrieb aufrechtzuerhalten

In diesem Teil unseres Projektes „Optimales digitales Lernen während und über die Krise hinaus“ geht es um die Fragestellung „Welche Maßnahmen können deutsche Schulen und Bildungseinrichtungen ergreifen, um kurzfristig den Bildungsbetrieb aufrechtzuerhalten“.

 

Zunächst einmal ist die in unserem 1. Teil beschriebene aktuelle Situation eine gute Ausgangsbasis – denn Not macht bekanntermaßen erfinderisch. Es gilt das Prinzip: es ist besser etwas zu tun, als gar nichts zu tun, auch wenn man ggf. über das Ziel hinaus schießt. Zum Beispiel das unkoordinierte „Überfluten“ mit Aufgaben an Schüler durch einzelne Lehrer – ohne Absprache untereinander.

Nach dieser ersten Phase der Krise gilt es nun, die weiterführenden Möglichkeiten zu bündeln und zu strukturieren. Hierfür braucht es eine „Blaupause“, ähnlich unserem Lösungsansatz, den wir hier im weiteren Verlauf beschreiben. Die Besonderheit und Qualität unserer Lösung liegt darin, dass diese auf ein zukünftiges Optimum des digitalen Lernens – über die Krise hinaus – ausgerichtet ist und keine politische Agenda verfolgt.

Grundsätzlich können alle Beteiligten wie bisher in der Krise weiter arbeiten. Parallel gilt es jedoch entweder unseren oder einen anderen weitsichtigen Lösungsansatz auf den Weg der Umsetzung zu bringen, der als Basis es eine geeignete Lernplattform definiert!

 

Lernplattform als Basis

Es gilt eine bestehende digitale Lernplattform zu nutzen, die nachstehend beschriebene Kriterien erfüllt – oder auf kurze Sicht dahingehend ausgebaut werden kann. Im Zentrum stehen digitale Klassenräume als gemeinsamer, zentraler „Speicherort“ für Lernmaterial und als Ausgangspunkt für Videokonferenzen. Der bisherige Klassenverband sollte in autarke Lerngruppen unterteilt werden, die sich gegenseitig unterstützen (Größe ca. 5 Schüler). Diese können auch einfacher von Lehrern und Dozenten betreut werden. Generell geht es darum, den Regelbetrieb aufrecht zu erhalten und Strukturen im Tagesablauf nicht aufzuweichen. Hierfür sollten von Pädagogen die optimalen Maßnahmen erarbeitet werden, damit der Impakt der Krise nicht noch größer wird.

 

Lehrer kontrollieren über ein Regelsystem, ob und wie die Schüler gearbeitet haben:

  • Eine Art wohlgemeintes Kontrollsystem, damit kein Schüler „hinten runterfällt“.
  • Dies ist nötig, da viele Schüler beziehungsweise Lernende nicht immer in der Lage sind, alleine zu lernen und sich nicht alleine auf eine Aufgabe fokussieren können.
  • Hier ist es nötig, dass ein Lehrer / Dozent einschreiten kann, wenn das System ihm ein entsprechendes Feedback liefert.

 

Die in der jetzigen Phase benötigten Plattformen müssen die folgenden Bereiche abdecken (siehe 3. Teil):

  1. Einzelne videogestützte Lerneinheiten
  2. Video Calls in der Gruppe
  3. Gruppenlernchats
  4. Schülerinnen und Schüler per Telefon individuell kontaktieren: Telekommunikation mit Dozenten über relevante Medien für einen zugesicherten Zeitraum x Minuten pro Woche
  5. Zugang über gesammelte Hyperlinks zu Archiven von Software und Lernmitteln, die für zu absolvierende Lerneinheiten wichtig sein könnten (ggf. über den Lernplan hinaus)
  6. Weitreichende Schulungen für Schüler und Teilnehmer in Medienkompetenz
  7. Freizeitchats
  8. Social Digital Meetings zum Austausch zwischen den Schülern (im Klassenverbund).
  9. Sportangebote machen

 

Schüler unterrichten Schüler

Ältere Schüler können jüngere Schüler – nach Vorgaben von Lehrern – unterrichten und dabei selber wachsen. Dies wäre auch international möglich und wäre besonders gut geeignet für Sprachen – zum Beispiel als Sprachtandem mit Muttersprachlern.

 

Der Mensch im Zentrum

Es ist primär von großer Wichtigkeit den Zusammenhalt von Lehrern / Dozenten und Schülern ins Zentrum zu stellen. Wir Menschen brauchen ehrliche Kontakte, bestenfalls physisch. Ist dies nicht möglich, so muss ein möglichst optimales, plattformbasiertes „virtuelles Abbild“ geschaffen werden. Hier gilt es auf die Unterstützung der Eltern und Angehörigen zu hoffen, da diese nicht als selbstverständlich vorausgesetzt werden kann.

 

Sich zusammenschließen

Das Zusammenschließen im Verbund von Schulen / Einrichtungen – gegebenenfalls auch städteweise – sollte ermöglicht und gefördert werden. Nicht jede Schule darf „ihr eigenes Süppchen kochen“ und muss von vorhandenen Kompetenzen und Strukturen profitieren.

Darüber hinaus sollten die Verantwortlichen auch bei den Plattformanbietern anfragen, ob eine kurzfristige Schulung des Lehrpersonals  erfolgen kann, um entsprechende Anwendungen optimal nutzen zu können. Anbieter könnten von sich aus auch freie Lizenzen übergangsweise zur Verfügung stellen. Hier ließe sich ein interessantes Gesamtpaket schnüren: Zeitnah eine Plattform aufbauen und den Lehrern eine Starthilfe geben.

Ebenso könnten seröse Nachhilfeanbieter  einbezogen werden.

Jetzt gilt: Wissen teilen und verfügbar machen!

 

Umsetzung

Derartige Plattformen müssten schnellstmöglich aufgesetzt werden, sofern hiermit noch nicht begonnen wurde, um den Lehrbetrieb aufrecht zu erhalten. Es darf nicht bei Aufgabenverteilung via E-Mail und damit einhergehender Strukturlosigkeit bleiben! Die Einführung kann in Wellen erfolgen. Dies dient dem besseren Verständnis der Betroffenen, damit die Schüler und Eltern nicht von einer einmaligen Informationsflut überrollt werden.

 

Ausblick: Lehrer europaweit „fit machen“

Vielleicht könnte man innerhalb eines halben Jahres die gesamte deutsche – oder gar europäische Lehrerschaft „fit“ in diesem Sinne bekommen. Es gibt bereits massenweise sinnvolle und in der Bedienung leicht zu erlernende Anwendungen / Plattformen, die entsprechend dokumentiert und erprobt sind. Wenn jeder Lehrer in einem halben Jahr mit den vier Kernelementen Kommunikation, Webinare, Informationsgenerierung und Informationsverteilung vertraut gemacht wird, wäre dies ein sehr großer Schritt, den „Tanker Schule“ in die richtige Richtung zu navigieren – dies würde auch eine große mentale Last von den Lehrern nehmen.

 

Im nächsten Teil unseres Projektes „Optimales digitales Lernen während und über die Krise hinaus“ geht es um die Fragestellung „Optimale Werkzeuge, Konzepte und Strukturen, welche die Schulen und Bildungseinrichtungen in Deutschland aufbauen können, die auch über die Krise hinaus zukunftsträchtig sind“.

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