5. Möglicher Zeitraum der kritischen Phase der Pandemie für deutsche Schulen und Bildungseinrichtungen

In diesem Teil unseres Projektes „Optimales digitales Lernen während und über die Krise hinaus“ geht es um die Fragestellung „Wie lange der möglicher Zeitraum der kritischen Phase der Pandemie für Schulen und Bildungseinrichtungen in Deutschland noch andauert“.

 

Eine langanhaltende Phase

Bei dem Zeitraum insgesamt handelt es sich um eine eher langanhaltende Phase, auf die man sich im Rahmen der Möglichkeiten eingestellt hat. Die Auswirkungen werden jedoch von längerer Dauer sein, da wir als Gesellschaft erst die anfängliche Phase hinter uns gebracht haben und wir nicht so schnell wieder zur vollständigen Normalität zurückkehren. Auch wenn ein absolut reduzierter Schulbetrieb bereits begonnen hat (Stand Mitte / Ende April 2020).

Im Kern könnte sich insgesamt um einen Zeitraum von 3 – 4 schwierigen Monaten handeln. Daher ist die Umsetzung der hier skizzierten neuen Ideen so schnell als möglich erforderlich.

Im Laufe der Zeit stellen sich alle Beteiligten so gut es geht auf die Situation ein. Daher ist es für den Schul- und Bildungsbereich wichtig, die erforderlichen Routinen im Rahmen des digitalen Lernens zu etablieren und auf Dauer weiterzuentwickeln – wie hier aufgezeigt.

Eine erste Besserung tritt ein, wenn der Großteil aller gegenwärtigen Einschränkungen aufgehoben ist.

 

Höhepunkt erst im Mai

Die Auswirkungen könnten sich noch bis zum Ende des Jahres zeigen, wobei der Gipfel bis Ende Mai überschritten sein könnte: Die Epidemie erreicht ggf. sogar im Mai erst ihren Höhepunkt und flacht dann erst relativ schnell wieder ab.

 

Besserung ab Ende Juni

Ab Ende Juni würde dann eine deutliche Besserung der allgemeinen Situation eintreten (bzgl. der Pandemie). Die intensiveren Auswirkungen könnten noch bis in den Sommer – August / September – spürbar sein.

In anderen Worten, es könnte länger dauern als geplant, da der Höhepunkt noch nicht überschritten wurde. Möglicherweise bleiben die Schulen noch bis nach den Sommerferien für den Regelbetrieb geschlossen.

 

Ausklingen

Danach flacht die Kurve langsam ab und der Regelbetrieb kommt verstärkt zurück. In Kombination mit dem parallel erforderlichen digitalen Lernen kann durchaus Zeitraum von insgesamt 8 – 9 Monaten erreicht werden, mit weiteren Chancen für das digitale Lernen durch die neuen Ideen, Innovationen und Möglichkeiten.

 

Wellenförmiger Verlauf

Wir haben es ggf. mit einem wellenförmigen Verlauf zu tun. Die Auswirkungen können über unsere beschriebenen Maßnahmen deutlich reduziert werden. Möglicherweise haben wir im Herbst noch einmal eine neue Welle von Infektionen.

 

Schulbesuch in Ausnahmefällen

In Fällen von existenzieller Bedrohung, sollte es für Eltern möglich sein, ihre Kinder mit einer Einverständniserklärung, ab Ende April / Anfang Mail wieder in die Schulen zu geben. Voraussetzung sollte sein, dass die Kinder nicht zur Risikogruppe gehören und auch nicht Familienangehörige aus Risikogruppen in ihrem direkten Umfeld haben.

Ein weiterer Grund sollte das Abwenden von psychischen Schäden von Kindern sein, wenn dieser droht zu groß zu werden. Der Schaden entsteht in den meisten Fällen wahrscheinlich durch eine gefühlte Kontaktarmut, multipliziert mit einem gestörten Nähe-Distanzverhältnis zwischen Kind und Eltern.

 

Normalität?

Der Zeitpunkt bis Normalität herrscht, wird in vielen Fällen einige Wochen über das etappenweise Wiedereröffnen der Schulen hinausgehen. Dieses ist je Schule individuell ausgeprägt, was daran liegt, dass Schulen bzw. Lehrer ihre Schüler unterschiedlich mit Inhalten versorgen. Digitale Aufgabenblätter können beispielsweise zeitnah kontrolliert, besprochen und verbessert werden. An Schulen, wo die Versorgung analog oder über das blosse Versenden von nicht editierbaren (gescannten) PDFs erfolgt, ist eine Leistungskontrolle nachgelagert.

Sofern Ergebnisse nicht laufend eingeschickt werden können, wird eine Kontrolle sogar erst möglich sein, wenn die Schulen wiedereröffnen. Diese Lehrer werden somit lange beschäftigt sein, sich mit alten Themen zu befassen – sofern sie dieses überhaupt tun. Leider haben diese Themen zu dem Zeitpunkt keinen wirklichen Wert mehr, da die Themen bereits vor mehreren Wochen bearbeitet wurden. Dieses Problem gilt insbesodere für Grundschulen.

 

Die Epidemie ist möglicherweise der Anstoß zu einer kompletten Erneuerung des bestehende (weltweiten) Schulsystems

Der Auslöser hierfür ist wahrscheinlich, dass Eltern sich in dieser Zeit verstärkt mit den Lehrinhalten ihrer Kinder auseinandersetzen. Darüber hinaus steigen die Ansprüche der Eltern mit dem Andauern der Krise. Gleiches gilt für das Verständnis der Eltern, was ihre Kinder in den Schulen lernen – oder auch nicht.

Als mögliches Szenario wird das bisherige Schulsystem auf lange Sicht nur noch übergangsweise eine Berechtigung haben, hauptsächlich um die Schüler zu betreuen. Die Entwicklung geht hin zu einem freien, dynamischen und digital flankierten Lernsystem.

Diese Erneuerung des Schulsystems ist ein längerer Prozess, der sich mindestens über die nächsten 5 Jahre ziehen wird.

Eine kritische Phase gibt es nach Abklingen der Epedemie wahrscheinlich nicht, da sich das Schulsystem im Prinzip dabei ist neu zu erfinden – bzw. den digitalen Raum und freies Lernen durch jetzt gemachte Erfahrungen zu erobern.

Der Übergang vom klassischen zum neuen Schulsystem wird wohl in mehreren Wellen erfolgen, um die Schüler und Einrichtungen nicht zu überfordern.

 

Universitäten

Universitäten werden sich in Zukunft verstärkt auf praktische Anwendungen, Versuche und Forschung konzentrieren. Die Vermittlung der bisherigen Inhalte (Vorlesungen) erfolgt in Zukunft verstärkt über geeignete Lehrplattformen.

 

Bildungseinrichtungen

In Bildungseinrichtungen muss von Fall zu Fall entschieden werden, wie und wann diese den Betrieb wieder aufnehmen, da einige Bildungsträger mit Risikogruppen konfrontiert werden und manche selten bis gar nicht.

 

Im nächsten Teil unseres Projektes „Optimales digitales Lernen während und über die Krise hinaus“ geht es um die Fragestellung „Welche Rolle bzw. Funktion können Lern- und Publikationsplattformen im Kontext dieses Projektes einnehmen“.

Kommentieren:

Nur Mut

Wir sind nur ein Klick entfernt

Wir nutzen ihre Daten nur für die Kommunikation mit ihnen und geben diese auf keinen Fall an Dritte weiter!