4. Mögliche neue Geschäftsfelder, welche die Taxibranche in Deutschland aufbauen kann, die auch über die Krise hinaus lukrativ sind

Das Gebot der Stunde ist, die Vorbereitungen für neue Geschäftsfelder jetzt (!) anlaufen zulassen, um sich diese erschließen zu können.

Service-Portal

In Verbindung mit den Krisenaufgaben (siehe 3.) braucht es ein innovatives Service-Portal, welches die gesamten neuen Leistungen anbietet – online und via Apps. Wie bereits erwähnt, kann dieses auf den etablierenden Portalen aufgesetzt werden.

 

Call-Center

  • Im Call-Center gilt es die Mitarbeiter auf die neuen Leistungen zu schulen.
  • Ev. müssen die Call Center auch proaktiv werden und Bestandskunden direkt anrufen und die neuen / erweiterten Leistungen vermarkten und verkaufen.

 

Auf dieser Basis (s.o.) als Mikro-Transporteuer positionieren – im Kern für Pakettransport und Kurierdienste:

  • Flatrates für erforderliche Transportleistungen, die über den reinen Fahrgastbetrieb hinaus gehen anbieten.
  • Als Zulieferer für Industrie und Wirtschaft fungieren: Um Aufgaben zu übernehmen, die dort ausgelagert werden müssen oder können (Outsourcing).
  • Die Kooperation mit neuen 3D-Druck-Zentren aufbauen, um die dort gefertigten Bauteile und Komponenten auszuliefern.
  • Neben der Kooperation mit der Lebensmittelindustrie (s.o.) auch eine Kooperation mit Händlern insgesamt aufbauen, um Online-Waren flexibel und kurzfristig auszuliefern. Das können bis dato nur Lieferdienste und Kuriere, die aber nicht die ganze Nachfrage decken können – und ggf. auch Ausfälle haben (Krankheit, Familie, etc.).
  • Einkäufe verstärkt und effektiver transportieren – siehe hierzu im Detail auch 3..
  • Über effektive Abläufe, die den Fahrer minimal zeitlich binden, können die Kosten eines Auftrages geringgehalten werden:
    • Im Vorfeld wir alles via Portal abgewickelt (auch die Zahlungsabwicklung). Der Fahrer fährt nur vor, das Beförderungsgut wird in seinen Kofferraum geladen und dort auch beim Empfänger wieder ausgeladen. Solange die Corona-Krise noch andauert, desinfizieren der Lader und Entlader. Der Fahrer verbleibt im Fahrzeug und setzt sich somit keiner Gefahr aus und kann auch nicht selbst zum Überträger werden.
    • Die Fahrten könnten ggf. strategisch so geplant werden (via Algorithmus), dass sie auf dem Weg zum nächsten Fahrgast liegen.
  • Verstärkte und effektivere Übernahme von Lieferdiensten für Restaurants nach dem gleichen Muster.
  • Nottransporte von dringend benötigten Gegenständen ermöglichen (s.o.)
    • Es könnten z.B. Teile von Firmen transportiert werden, die schnell in eine andere Zweigstelle müssen.
  • Gewagte Idee: Zusammenschluss mit Kurierunternehmen: Hier könnte es rentabel sein, in Taxen Menschen und Waren gleichzeitig zu transportieren. Auch hierfür bräuchte es den bereits erwähnten Algorithmus (s.o.).

 

Regelmäßige Zubringerdienste / Pendlerfahrten:

  • Für Berufstätige und Geschäftsleute.
  • Möglicherweise auch für Schulkinder in dem obigen Kontext.
  • Ein solcher Dienst ist besonders attraktiv und sinnvoll in Innenstädten, wo wenig Parkmöglichkeiten vorhanden sind.
  • Buchbar als Monats-, Wochen- und Jahrespaket.

 

Kategorisierung des Angebotes in Basic, Smart und Premium Service:

  • Einführung eines Premium-Services – z.B.: Hochwertige, repräsentative Limousinen, Getränkeservice, Medien, Butler-Service.
  • Optional vielleicht auch einen Board-Service anbieten – z.B.: Café + kleiner Snack auf Vorbestellung. Hierzu wäre eine Kooperation mit lokalen Bäckereien denkbar.
  • In komfortablen, großen Autos die Möglichkeit zum Arbeiten anbieten: WiFi, USB-Ladestationen und Tisch – so dass bei den Kunden ein ‚Business Class‘ Feeling entsteht.
  • Parallel dazu der Basic-Service im Dacia.

 

Transportdienst in Zeiten in denen keine Auslastung besteht:

  • Dieses ließe sich zwischen den Stoßzeiten oder nachts etablieren.
  • Das hierfür erforderlich logistisches System (Software) müsste in die bestehende online Portale integriert werden – oder an diese angeschlossen werden.
  • Hierüber ist eine innerstädtische Kleinstverteilung möglich – siehe auch oben „Mikro-Transporteuer“.
  • Einrichtung oder / und Nutzung bestehender Depots zur Lagerung der Transportgüter – ähnlich wie Packstation der Post.
  • Die Aufträge können jederzeit über eine App angenommen werden.
  • Der Fahrer holt das Transportgut ab – ggf. auch an neuartigen Selbstbedienungsterminals – und liefert es aus.
  • Die Kombination mit Fahrgästen ist nur möglich, wenn diese ohne Gepäck reisen. Vor Zuteilung der Fahrt bzw. der Transportgutaufnahme ist dieses zu validieren.

 

Die bis dato aufgezeigten Ideen, können der Startpunkt für neue und veränderte Strukturen sein, die von größerer Dauer sein sollten und auch müssen:

  • Aus der aktuellen Situation heraus sollten für die Zukunft, zu unterschiedlichen Krisenszenarien, Strategien entwickelt werden.
  • Auf die aktuelle Krise war man nicht vorbereitet. Daher gibt es derzeit in Bezug auf ein aktives Krisenmanagement kaum nutzbare Strukturen.
  • Die Branche kann sich dem anstehenden weitreichenden Wandel nicht weiter verschließen und weiterhin an den „goldenen Jahren“ der Vergangenheit festhalten.
  • Die Notwendigkeit, den Wandeln neu zu denken, kann nicht weiter aufgeschoben werden. Somit kann die aktuelle Situation gut zum Wachrütteln genutzt werden und um neuen Schwung zu holen.

 

Die vorhandenen Strukturen der Taxibranche müssen genutzt werden. Diese stellen einen ein Vorsprung gegenüber den Mitbewerbern dar. Diese Ausgangsposition sollte genutzt werden.

Über die Krise hinaus betrachtet, wird sich der Personentransport global gesehen komplett verändern:

  • Das was heute unter Taxi läuft, wird es in der Form nicht mehr geben: Entweder weitreichender, vielseitiger und komplexer durch angeschlossene Service-Leistungen – so wie hier z.T. skizziert. Findet der Veränderungsprozess der Branche nicht statt, verbleibt nur noch ein besonderer Dienst als Attraktion.
  • Es geht also entweder darum sich auf einen Innovativen Pfad zu begeben – beginnend in der Krise – oder sich ein eigenes goldenes Grab zu schaufeln.
  • An der Entwicklung von Systemen zum CO2 neutralen Transport sollte unbedingt mitgewirkt werden – auch in Bezug auf die Nutzungsgebühr. In diesem Kontext sollte man sich auch mit der Thematik Elektrotaxi grundlegend beschäftigen – und auch eingebunden sein in die Thematik selbst fahrender Taxen usw..

 

Für die Zeit nach der Krise bereit sein anzubieten: Gruppen-Taxen und Ridesharing:

  • Anbieten von Sammelfahrten mit mehreren Fahrgästen über eine App – auch für Teilstrecken. In Verbindung mit einem Fahrplan und angezeigten Kosten.
  • Große Sammeltaxen für nahe zusammenlebende Kollegen, um gemeinsam auf die Arbeit zu kommen, und nicht U-Bahn fahren zu müssen.
  • Zu- und Aussteigen an beliebigen Stellen (Anmerkung: Vorteil gegenüber Moia).
  • Die Route passt sich automatisch an die Bedürfnisse aller Fahrgäste an (Anmerkung: nicht an feste Routen gebunden, wie bei Moia).
  • Günstigere Tarife als beim Einzeltransport.
  • Sich auch hierüber als Teil einer neuen Mobilität positionieren.

 

 

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