1. Die aktuelle Situation der deutschen Taxibranche – in Bezug auf die Corona-Pandemie

Die aktuelle Corona-Krise trifft die Branche bereits in einem grundlegenden Wandel, den wir im Folgenden aufzeigen.

 

Einbußen und Existenzängste

Zum einen hat die Konkurrenz in den letzten Monaten bereits stark zugenommen. Zum anderen fällt die Corona Pandemie gegenwärtig immer stärker ins Gewicht. Beide Faktoren in Kombination verursachen einen nachhaltigen wirtschaftlichen Schaden innerhalb des Kerngeschäftes, den die Branche nur schwer eindämmen kann.

Sowohl die Fahrgäste als auch die Fahrer von Taxen, haben derzeit nachvollziehbare Ängste. Ein massiver Rückgang an Fahrgastzahlen – resultierend in größeren Umsatzeinbußen – hat bereits erste existenzielle Folgen und führt zu viel Frust und Unmut in der Branche. Die Gründe hierfür sind vielfältig:

  • keine Touristen mehr
  • keine Konzerte mehr
  • abgesagte Messen
  • keine Dienstreisen: kaum Fahrten zum Flughafen oder Bahnhof
  • generelle Angst der Bevölkerung außer Haus zu gehen

In vielen Fällen greift vor allem bei kleinen Unternehmen bzw. Unternehmern die pure Existenzangst um sich. Aufgrund nicht vorhandener Rücklagen könnten wahrscheinlich viele Taxi-Kleinunternehmen binnen kürzester Zeit Insolvenz anmelden müssen, sofern keine Kompensation – anfänglich durch den Staat – geschaffen werden kann.

Der Einbruch des Geschäftes ist deutlich spürbar und wird sich auch noch über einen längeren Zeitraum ziehen – siehe 5..

Möglicherweise haben wir es mit einer stabileren Situation in den ländlichen Regionen zu tun, als in den Städten, durch die nicht bzw. kaum vorhandenen Alternativen in der Mobilität.

Etabliertes und situatives Denken

Die Branche selbst ist in ihrem Denken in den letzten Jahren und Monaten zu sehr auf die Bestandserhaltung fokussiert gewesen und hat sich zu wenig mit notwendigen Innovationen beschäftigt.

Es gibt kein übergeordnetes Gremium, das innerhalb der Branche zu koordinieren imstande ist. Jedes Unternehmen bzw. jeder Verbund verfolgt seine eigene Agenda, um sich so gut es geht Anteile am Markt zu sichern.

Insbesondere die Unsicherheit in Bezug auf die kommenden Wochen, sorgt derzeit für eine Art Schockstarre und lähmt die Handlungsfähigkeit für ein zukunftsorientiertes Denken der Branche. Hierdurch wird der Blick auf die durchaus existierenden Möglichkeiten versperrt, um gestärkt aus der Krise hervorzugehen – siehe weiter unten „Potential“.

So gibt es in Hamburg bereits positive Tendenzen, die unsere Aussagen belegen. Das lokale Taxigewerbe bietet seit dem 16.03.2020 einen Einkaufsservice für Risikogruppen an. Auch befinden sich erste – hier im weiteren Verlauf beschriebene – Kooperationen bereits im Aufbau und fangen die Umsatzeinbußen bereits etwas ab.

Dennoch ist die Wahrnehmung der Branche ist fast ausschließlich auf das aktuelle Problem gerichtet. Vorteilhaft wäre es, die Wahrnehmung bereits jetzt auch auf die gewünschte Zukunft zu lenken und darauf hinzuarbeiten – siehe 4..

Resultierendes Problem

Die aktuelle Krise und die Verharrungsstrategien der Branche in Kombination, sind nicht sehr förderlich für ein lösungsorientiertes Handeln. Die Situation lässt sich mit einem Supertanker vergleichen, der schwer und unflexibel ist – und gegenwärtig viele Informationen für eine Zukunftsstrategie benötigt.

Bis dato und auch gegenwärtig (s.o.) bestand wenig Kreativität hinsichtlich möglicher oder notwendiger Veränderungen. Neue Ideen von Mitbewerbern versucht(e) man zu verhindern – oder halbherzig zu kopieren.

Planen und Strategie

Die Branche muss jetzt um so mehr umdenken und sich an neuen, z.T. hier aufgezeigten Möglichkeiten orientieren. Dieses ist alternativlos, will man in Zukunft bestehen und die Krise als Chance nutzen.

Zu Ehrenrettung der Branche sollte gesagt werden, dass diese bereits einiges mehr in Planung hat, das im Außen bis dato noch nicht bekannt ist – und uns erst im Verlauf der Gesrpäche bezüglich unserer Ergebnisse offenbart wurde. Dieses hat die Anschlussfähigkeit unserer Ideen und Konzepte bestätigt, die wir als „Externe“ entwickelt haben – eine der Stärken unserer Art von optimaler Ideenentwicklung / Ideation.

Potential

Wie bereits angedeutet, ist ein gewisses Potential in der Branche vorhanden, um notwendige Veränderungen umzusetzen. Die ebenfalls beschriebenen massiven der Branche müssen nun überwunden werden, um die realisierbaren neuen Möglichkeiten nun schnellstmöglich umzusetzen.

In der Branche steckt mehr drin, als von außen auf den ersten Blick betrachtet.

Es besteht eine enorme Chance darin, dass das Taxigewerbe in der derzeitigen Krise neue Aufgaben wahrnehmen kann. Somit würde das Image der Branche aufgewertet und bekäme einen „innovativen Touch“ – siehe 3. und 4.. Das Taxigewerbe, als Unterstützer der Gesamtbevölkerung in einer massiven Krise, wird zu einer nachhaltigen Verbesserung ihres Images führen.

Nachfrage

Hervorzuheben ist, dass trotz des zuvor beschriebenen Rückganges der Personenbeförderung, die Nachfrage von konventionellem Individual-Transport generell stabil zu sein scheint.

Insgesamt handelt es sich ggf. um einen schwankender Bedarf an Taxifahrten durch unterschiedliche Phasen hindurch: Die Pandemie führt – über die Gesamtdauer betrachtet – ggf. sogar zu einem Anstieg an Taxifahrten.

Taxifahren könnte auch wieder an Bedeutung gewinnen, z.B. dadurch, dass im Vergleich zu anderen Mobilitätsanbietern das Vertrauen der Taxi-Gäste in Altbekanntes wieder überwiegt.

Einzelbeförderungsmöglichkeiten werden ggf. mehr und mehr nachgefragt, da sie mehr Sicherheit vor dem Virus suggerieren, als z.B. Öffentliche Verkehrsmittel. Hierzu bedarf es allerdings der hier beschriebenen Weiterentwicklung von Maßnahmen und Innovationen: siehe 2 „Gefühlte Sicherheit“.

Hinweis

Derzeit gibt es ein Überangebot an Taxen – insbesondere in Berlin. Durch die neuen Player am Markt – wie Uber oder Moia – ist das Angebot insgesamt in den letzten Monaten erweitert worden. Die Krise könnte zu einer Marktbereinigung von Überkapazitäten in der Branche führen. Der Umsatz je Taxi (bzw. Fahrzeug) könnte sich durch diese Bereinigung nach der Krise erheblich verbessern.

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